Wie gewinnt man Fachkräfte?
Niclas Colgen
GrĂ¼nder, ZWEIzuEINS Personalberatung GmbH

Veröffentlicht am 19.11.2025
Ein Leitfaden fĂ¼r Kommunen, Zweckverbände und Eigenbetriebe
Fachkräftemangel in der kommunalen Wasserwirtschaft? Erfahren Sie, warum klassische Recruiting-Methoden scheitern und welche Strategien heute wirklich funktionieren – praxisnah, planbar.
Der Fachkräftemangel wartet nicht Sie kennen die Situation: Eine SchlĂ¼sselposition ist seit Monaten vakant, die Stellenanzeige auf Ihrer Website bringt kaum qualifizierte RĂ¼ckmeldungen, und intern fehlen die Kapazitäten, um aktiv auf Kandidatensuche zu gehen. Gleichzeitig wächst der Druck – neue EU-Richtlinien, Infrastrukturprojekte und Digitalisierungsvorhaben erfordern spezialisiertes Personal, das immer schwerer zu finden ist . Der Fachkräftemangel hat die öffentliche Daseinsvorsorge fest im Griff. FĂ¼r Kommunen, Zweckverbände und Eigenbetriebe ist die Frage längst nicht mehr ob sie handeln mĂ¼ssen, sondern wie. Denn in den nächsten drei bis fĂ¼nf Jahren entscheidet sich, welche kommunalen Betriebe den Fachkräftemangel durch eine strategische Herangehensweise meistern – und welche in Unterbesetzung und ProjektlĂ¼cken stecken bleiben . Dieser Artikel zeigt Ihnen, warum klassische Wege heute nicht mehr ausreichen, welche Strategien wirklich funktionieren und wie Sie als Entscheider Ihre offenen Stellen planbar und rechtssicher besetzen können.
Warum der öffentliche Sektor besonders betroffen ist
Der Arbeitsmarkt fĂ¼r technische Fach- und FĂ¼hrungskräfte in der Wasserwirtschaft ist ein Bewerbermarkt. Das bedeutet: Nicht Sie als Arbeitgeber wählen aus – die Kandidaten tun es. Und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben, sind fĂ¼r kommunale Betriebe besonders schmerzhaft: Regionaler Bewerbermarkt: Erfahrene Fachkräfte sind kaum wechselbereit, und der Kandidatenpool ist geografisch begrenzt.
Tarifliche Einschränkungen: TVöD-Gehälter lassen keine Ă¼berdurchschnittlichen VergĂ¼tungen zu – die Industrie zahlt mehr und wirbt aktiv um dieselben Kandidaten .
Imageprobleme: Das Verwaltungs- und Behördenimage wirkt auf viele Kandidaten unattraktiv. Ohne aktives Employer Branding verpassen Sie einen GroĂŸteil potenzieller Fachkräfte .
Fehlende interne Kapazitäten: Neben dem Tagesgeschäft fehlt internen HR-Abteilungen häufig die Kapazität fĂ¼r aktive Kandidatenansprache auf LinkedIn, Xing oder Social Media .
Besonders betroffen sind Positionen wie verfahrenstechnische Ingenieure fĂ¼r Kläranlagen, technische Leiter und Werkleiter, Bauleiter fĂ¼r Kanal- und Leitungsbau sowie kaufmännische FĂ¼hrungskräfte im Betrieb .
Warum klassische Methoden nicht mehr funktionieren
Viele Kommunen und Zweckverbände setzen noch immer auf bewährte Methoden – und wundern sich Ă¼ber ausbleibende Ergebnisse. Doch der heutige Bewerbermarkt hat sich grundlegend verändert. Stellenanzeigen auf Jobportalen Die klassische Ausschreibung auf StepStone, Indeed oder der eigenen Website hat zu wenig Reichweite und steht in direkter Konkurrenz zur Industrie. Die Qualität der eingehenden Bewerbungen ist häufig unzureichend. Empfehlungen und Netzwerke Empfehlungen sind grundsätzlich wertvoll – aber nicht planbar, nicht skalierbar und auf begrenzte Netzwerke beschränkt . Zeitungsanzeigen und Jobmessen Schwindende Auflagen machen Zeitungsanzeigen fĂ¼r das Ergebnis teuer und schwer messbar. Jobmessen erfordern hohen Aufwand und bringen wenig vorhersehbare Ergebnisse . Klassische Headhunter Provisionsmodelle mit 20–30 % des Jahresgehalts sind kostenintensiv und bieten keine Planungssicherheit. Vielen Anbietern fehlt zudem das Verständnis fĂ¼r Gremienstrukturen, Vergaberecht und kommunale Entscheidungsprozesse . Die Erkenntnis ist klar: Personalwachstum benötigt mehr als nur eine einzelne Taktik. Es bedarf einer Strategie, bei der alle Teile ineinandergreifen .
Was heute wirklich funktioniert: Die Omnipräsenzstrategie
Wenn klassische Methoden nicht ausreichen, braucht es einen systematischen Ansatz, der den regionalen Arbeitsmarkt gezielt aktiviert. Die sogenannte Omnipräsenzstrategie basiert auf drei Säulen : 1. Sichtbarkeit Durch Präsenz auf neuen Plattformen – insbesondere Social Media – erschlieĂŸen Sie zusätzliche Bewerbermärkte, die Ă¼ber klassische Kanäle unerreichbar bleiben. Ihre offenen Stellen werden dort sichtbar, wo sich Ihre Zielkandidaten tatsächlich aufhalten. 2. Schlagzahl Aktive Marketingkampagnen und KI-gestĂ¼tzte Steuerung sorgen dafĂ¼r, dass Sie bis zu fĂ¼nfmal mehr Kandidaten erreichen als mit herkömmlichen Methoden. Gezielte Meta-Kampagnen und Matching-Algorithmen identifizieren passende Profile und erhöhen die Reichweite massiv . 3. Individualität Durch personalisierte Ansprache passender Kandidaten auf LinkedIn und Xing adressieren Sie zielgenau Position und Region. Statt auf Massenmailings zu setzen, wird jeder potenzielle Kandidat individuell kontaktiert – das erhöht die RĂ¼cklaufquote erheblich . Das Ergebnis: Stellen werden zuverlässig innerhalb von drei bis vier Monaten besetzt – statt zwölf Monate oder länger vakant zu bleiben.
Praxisbeispiele: So funktioniert es in der Realität
WAS ScharmĂ¼tzelsee – Storkow/Mark Der Wasser- und Abwasserzweckverband suchte einen Bauleiter, einen Technischen Leiter und einen Kaufmännischen Leiter. Ăœber klassische Ausschreibungen kamen kaum geeignete Bewerbungen. Durch optimierte Stellenausschreibungen, gezielte Social-Media-Kampagnen und manuelle Direktansprache konnten alle drei Positionen innerhalb von vier bis sechs Monaten besetzt werden – mit Ă¼ber 50 qualifizierten Bewerbungen . Gemeinschaftsklärwerk Bitterfeld-Wolfen Das GKW suchte erfahrene Projektingenieure mit Schwerpunkt Energie- und Wasserwirtschaft. Bisherige Versuche Ă¼ber StepStone, Indeed und LinkedIn Jobs blieben ohne Erfolg. Durch gezielte Matching-Algorithmen und Direktansprache wurden zwei Projektingenieure in unter vier Monaten eingestellt – bei geringeren Kosten als beim zuvor beauftragten Headhunter . Stadt Helmstedt – Abwasserentsorgung Die AEH benötigte einen verfahrenstechnischen Ingenieur. Die Bewerbungen Ă¼ber die Stadt waren zwar zahlreich, entsprachen aber fachlich nicht den Anforderungen. Durch gezielte Identifikation und Direktansprache konnte ein passender Ingenieur in unter drei Monaten gewonnen werden – mit deutlich höherer fachlicher Passgenauigkeit .
Worauf Sie bei der Partnerwahl achten sollten
Nicht jeder Recruiting-Dienstleister versteht die Besonderheiten kommunaler Strukturen. Achten Sie bei der Auswahl eines Partners auf folgende Punkte: Branchenkenntnis: Versteht der Partner die Besonderheiten von TVöD, Vergaberecht und Gremienentscheidungen?
Transparente Kosten: Arbeitet der Anbieter mit Festpreisen statt provisionsbasierten Modellen? Sind alle Fremdkosten – etwa fĂ¼r Social-Media-Anzeigen – im Paket enthalten? Können Sie die Kosten vernĂ¼nftig einplanen?
Ganzheitliche UnterstĂ¼tzung: Umfasst die Leistung auch die Optimierung Ihrer Stellenanzeigen, Employer Branding, Bewerbermanagement und die Begleitung von Bewerbungsgesprächen?
5 konkrete Schritte, die Sie jetzt unternehmen können
Auch wenn Sie noch keinen externen Partner hinzuziehen möchten, können Sie sofort beginnen, Ihre Fachkräftegewinnung zu verbessern: 1) Stellenanzeigen Ă¼berarbeiten: PrĂ¼fen Sie Ihre aktuellen Ausschreibungen auf klare Nutzenargumentation. Warum sollte ein Kandidat zu Ihnen kommen – trotz TVöD? 2) Arbeitgebermarke schärfen: Kommunizieren Sie die echten Vorteile Ihres Betriebs – Sicherheit, Sinnhaftigkeit der Arbeit, regionale Verwurzelung, Work-Life-Balance. 3) Neue Kanäle testen: Schalten Sie Ihre offenen Stellen gezielt auf LinkedIn und in sozialen Medien – nicht nur auf der eigenen Website. 4) Aktiv ansprechen: Identifizieren Sie passende Profile auf LinkedIn und Xing und nehmen Sie persönlichen Kontakt auf. Passive Kandidaten warten nicht auf Ihre Stellenanzeige. 5) Prozesse beschleunigen: Lange Entscheidungswege kosten gute Kandidaten. VerkĂ¼rzen Sie den Zeitraum zwischen Bewerbungseingang und RĂ¼ckmeldung auf ein Minimum.
Fazit: Es braucht Strategie, keinen Zufall
Der Fachkräftemangel in der kommunalen Wasserwirtschaft ist real – aber er ist lösbar. Was es braucht, ist ein Umdenken: Weg von der Hoffnung, dass die richtige Bewerbung irgendwann kommt, hin zu einer systematischen, aktiven Personalgewinnung . Kommunen und Zweckverbände, die heute in eine professionelle Recruiting-Strategie investieren, sichern sich die Fachkräfte, die sie fĂ¼r die Herausforderungen von morgen brauchen – von der Kläranlagenerweiterung Ă¼ber den Hochwasserschutz bis zur Infrastrukturmodernisierung. Sie möchten wissen, wie eine solche Strategie konkret fĂ¼r Ihren Betrieb aussehen kann? Dann vereinbaren Sie ein kostenloses Strategiegespräch mit der ZWEIzuEINS Personalberatung. Gemeinsam analysieren wir Ihre Ausgangslage, identifizieren die passenden Wege und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Vakanzen zuverlässig und rechtssicher besetzen – ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand.

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